Der Wu-Tang Clan feiert seinen Zwanziger – mit Querelen und einjähriger Verspätung.

© Wu-Tang-Clan @static.vibe.com

Das Debüt des Wu-Tang Clans – „Enter the Wu-Tang: 36 Chambers“ (1993) – traf wie ein Fingerstich von Bruce Lee. Mit ihrem Shaolin-Style stellte die furiose Bande um die charismatischen Rapper GZA, Method Man und Raekwon den HipHop auf den Kopf. Mastermind und Producer RZA formte den Pulk aus Staten Island zu einer Familie – und einem Imperium, das geschickt Musik- und Modeindustrie infiltrierte. Das sechste Album, „A Better Tomorrow“, hätte 20 Jahren Wu-Familienhistorie ein Denkmal setzen sollen, offenbar sind Geschäft, Kunst und Egos der neun Rapstars aber nur mehr schwer zu vereinen, wie Musiker Raekwon während den Aufnahmen bereits kritisierte. Tatsächlich vermögen die nostalgischen Absichten RZAs die teils schwerfälligen Beats und farblosen Refrains nicht zu beschönigen. Zurück bleiben das Zerrbild eines besseren Gestern und das Gefühl eines Pflichtbesuchs bei Verwandten, die ohne Familie leichter zurechtkommen würden.

Von Florian Wörgötter

…………………………………………………………………………………………………………..

erschienen am 22. Dezember 2014 in „profil“ und hier.  

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s