Melancholie am Morgen: US-Musiker Beck Hansen kehrt auf seinem zwölften Studioalbum sein Innerstes nach außen.

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Mit dem Albumprojekt „Song Reader“ ließ Beck vor gut einem Jahr aufhorchen – ohne dafür einen einzigen Ton aufzunehmen. Lediglich das Notenmaterial wurde veröffentlicht; diese zu interpretieren überließ er anderen. Nun hat Beck Hansen, 43, mit „Morning Phase“ erstmals seit sechs Jahren wieder einen Tonträger herausgebracht, exakt zwei Dekaden, nachdem seine No-Future-Hymne „Loser“ dem Mainstream-Pop eine feine Abzweigung gezeigt hatte. Manche sahen in Beck damals eine Eintagsfliege, eben nicht das Chamäleon, das mit Verve und Witz durch allerlei Genres, durch Rock, Electronica und HipHop schlurfen würde.

Mit „Morning Phase“ bekennt sich Beck, nach langer Krankheit, neuerdings deutlich zum Folk. Um Innovation geht es diesmal freilich nicht, das Album schlägt denselben melancholischen Grundton an wie schon seine Trennungsschmerz-Therapie auf „Sea Change“ (2004). Beck beweist weiterhin Tiefgang und Intensität, wenn er sehnsüchtig das Festhalten und Loslassen, die Einsamkeit und das langsame Erwachen daraus beschwört. Dabei verzichtet er auf Ironie, bleibt glaubhaft – wenngleich der vertraute Lo-Fi-Schmutz an dieser Produktion ein wenig fehlt.

Von Florian Wörgötter

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erschienen am 10. März 2014 in profil.  

 

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